White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand

Matthias Matussek – neues Buch “White Rabbit oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand“: Abrechnung mit Merkel, Massenzuwanderung, Meinungsdiktatur und Medien. Und über die Schwierigkeiten, sein neues Werk zu verlegen.

Wolfgang Herles trifft Matthias Matussek auf der Leipziger Buchmesse. In seinem neuen Buch “White Rabbit oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand” beschreibt Matussek, wie der Medienbetrieb im Zuge der Massenzuwanderung die kritische Distanz verlor und zur allgemeinen Regierungssprecherei verkam.

»Schlimmer als die Zensur der Presse ist die Zensur durch die Presse.« Das schrieb der hellsichtige Gilbert K. Chesterton – Schöpfer der weltbekannten Figur Pater Brown – bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts.

Chesterton, der journalistische Star seiner Zeit, ein katholischer Konvertit, ist das Vorbild für Matusseks Bericht aus dem Innenraum der Vierten Gewalt. Denn die Medien haben sich – so scheint es – in den letzten Jahren in einen unkritischen Jubelchor der Regierung verwandelt und das Land in einen Hippie-Staat, der so verrückt agiert, als gäben die Woodstock-Veteranen Jefferson Airplane mit ihrer psychedelischen Hymne »White Rabbit« den Takt vor.

Medien: Selbstzensur und Desinformation

In seinem neuesten, vor Witz und Ironie funkelnden Werk verfolgt Matussek den Wahnsinn in deutschen Landen, die teils komische, teils absurde Selbstbeschränkung der Presse und kommt immer wieder auf seinen Referenzheiligen Chesterton zurück, den man zu Recht als »Apostel des gesunden Menschenverstandes« bezeichnete.

In dessen vielseitigem publizistischem Werk hat Matussek Haltungen und Grundsätze entdeckt, die der »schreibenden Zunft« noch heute Maßstab sein könnten.

Und so hält er uns Glanz und Elend des Journalismus unserer Tage vor Augen: mitreißend, radikal subjektiv, schonungslos und umwerfend komisch. Einer der profiliertesten deutschen Journalisten über Mainstream-Presse, Selbstzensur und Desinformation.

Prädikat: Äußerst lesenswert.

Was auf dem Spiel steht

Lossegeln, um zu Hause anzukommen – Über die Notwendigkeit von Grenzen – Ein Gespenst geht um – Tantra gegen Islamismus – Chesterton als »Apostel des gesunden Menschenverstands« – Vom Risiko, uncool zu sein – Nietzsches letzte Menschen – Warum dieses Buch erscheint, wo es erscheint.

Wir leben in Zeiten eines neuen Kulturkampfes. Anders als derjenige der 1870er-Jahre, in denen das protestantische Kaisertum gegen die Katholiken im Lande mobilmachte und Priester einkerkerte, ist dieser einer zwischen links und rechts, zwischen Lüge und Wahrheit, Mainstream und Dissidententum, zwischen utopischer Schwärmerei und Realismus, aber auch zwischen Moderne und Beharren, der mittlerweile ebenfalls alle Züge eines Glaubenskrieges aufweist.

Kurz: Es geht um die Macht, um die »kulturelle Hegemonie«, wie es der Marxist Antonio Gramsci einst nannte. Was ist da nur passiert in den letzten drei Jahren? Wie konnte es dazu kommen, dass eine zarte Kolumnistin unter großem Beifall zur Vernichtung des politischen Gegners den »Schwarzen Block« empfiehlt, also Betonplatten, Stahlgeschosse und brennende Autos? Wie ist es möglich, dass 70 Prozent der deutschen Jugendlichen Zensurmaßmahmen des Staates begrüßen (in Großbritannien sind es 30 Prozent)?

Wie kann es sein, dass ein Redakteur des Stern vermutet, dass sich das »wabernde Böse« gesammelt in der Bundestagspartei AfD niedergelassen hat? Nicht zuletzt: Wie ist es gekommen, dass aus mir, dem »einst geachteten Journalisten«, ein Geächteter wurde? Dabei bin ich beileibe nicht der einzige Dissident dieser Regierungspolitik. Und nicht der Einzige, der unter Diffamierung zu leiden hat.

CDU-Politikerinnen wie die konsequente Erika Steinbach, Grüne wie Boris Palmer, Professoren wie Jörg Baberowski, Philosophen wie Rüdiger Safranski, der jüdische Publizist Henryk Broder, besonders aber viele Muslime, die vor der Politik der offenen Tür warnten und warnen, wie Hamed Abdel-Samad, der ebenso unter Polizeischutz steht wie die katholische Konvertitin Sabatina James, Imrad Karim, Necla Kelek, Bassam Tibi und weitere.

Nicht vergessen will ich gleich zu Beginn die Opfer, die des Terrors und der ungefilterten Einwanderung, also die Opfer von Würzburg und Ansbach und Hamburg, die jungen Mädchen aus Heidelberg und Kandel, die des »Bataclan« und jener vom Breitscheidplatz, für die sich die Kanzlerin ein Jahr später ein paar Beileidsfloskeln abrang, obwohl die Mörder dank ihrer Politik ungehindert über die Grenzen kommen konnten.

Unser Land hat sich verfinstert. Von Gilbert K. Chesterton, dem wohl größten religiösen Genie, das unser Berufsstand je hervorgebracht hat, stammt die hübsche Idee zu einem Abenteuerroman über einen Seefahrer, der durch einen Fehler in der Kursberechnung und plötzlich wechselnde Winde jene Insel entdeckt, von der er losgefahren ist. In seinem Fall England. Ein, wie Chesterton schreibt, »höchst beneidenswerter Irrtum«.

Denn »was konnte erquicklicher sein, als in ein und demselben Augenblick all die faszinierenden Schrecken des Daseins in der Fremde mit dem Geborgenheitsgefühl der Heimkehr ins Vertraute verknüpft zu finden?«

In diesem Buch “White Rabbit oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand” werde ich mit der gleichen Überraschung Deutschland entdecken, jenes Land, das sich in den letzten drei Jahren so tief greifend verändert hat wie kaum je zuvor. Sicher, auch die Weltlage insgesamt gibt sich Mühe, so auszusehen wie ein Computerspiel für ein paar törichte Teenager, mit Drohungen zu atomaren Erstschlägen und weiterem Kitzel.

White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand, gebundene Ausgabe – 12. März 2018 von Matthias Matussek.

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