Die größten Fälschungen der Geschichte

Verbotene Ägyptologie: Viele von uns hängen noch immer dem Glauben an, im Falle des Faches Geschichte handele es sich um ein Gebiet, das längst „wissenschaftlich“ genau erfasst ist, in dem es praktisch keine Irrtümer gibt und das inzwischen sozusagen auskartografiert und exakt abgemessen worden ist. Man könnte nicht falscher liegen!

Schon ein oberflächlicher Blick auf die „Geschichte der Geschichte“ zeigt uns, dass Historie fast immer dazu benutzt wurde, Machtpositionen zu zementieren, Herrscher zu besingen und/oder einem Glauben Vorschub zu leisten – einer Religion, einer Ideologie oder einer bestimmten Anschauung. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

Plaudern wir ein wenig aus der Schule: In unseren Breiten, auch in Deutschland, war die Geschichtsschreibung bis ins 17./18. Jahrhundert christlich ausgerichtet. Fromme Gelehrte, die den Griffel gut führen konnten (meist Priester) verfassten „Geschichte“. Denn nur sie verfügten dazumal über die Fähigkeit, Buchstaben gekonnt aneinanderzupinseln.

Ihre grundlegende Absicht bestand darin, die Schafe auf der richtigen Weide zu halten. Also wurden zahlreiche Legenden, religiöse Märchen, erfunden, aber auch juristische Dokumente gefälscht – alles zur höheren Ehre Gottes.

Als im 18. Jahrhundert aufklärerische, aufmüpfige Geister auf offensichtliche Fehler und Ungereimtheiten in der Geschichtsschreibung aufmerksam machten, besserte sich die Situation ein wenig. Schon bald präsentierte ein gewisser Karl Marx eine neue, höchst anfechtbare „Geschichtsschreibung“, die immerhin in der ehemaligen DDR noch weit bis ins 20. Jahrhundert wiedergekäut wurde und die in China oder auf Kuba nach wie vor präsent ist.

Die Großlügen des Kommunismus sind bis heute nicht systematisch aufgearbeitet. Buchstäblich Milliarden von Menschen wurden (und werden bis heute!) mit gefälschten Geschichtsdaten versorgt. Über die Geschichtsfälschungen der Nationalsozialisten, die in Deutschland von 1933 bis 1945 hausten, braucht man ebenfalls kaum ein Wort zu verlieren: Auch die Nazis verfälschten die Geschichte und degradierten Geschichtsschreiber zu ihren Steigbügelhaltern und Stiefelknechten.

Doch selbst in der Gegenwart, in den heiligsten Zirkeln der „Wissenschaft“, ist nicht alles Gold, was glänzt. Was die Historie angeht, wird mitunter immer noch „getürkt“ und gemogelt, gefälscht und gekungelt, wie wir im Laufe dieses Buches aufzeigen werden.

„Geschichte ist ein Mississippi von Lügen“ urteilte schon Voltaire, und wir können ihm nur beipflichten. Doch gehen wir zunächst noch einmal einen Schritt zurück und fragen uns, was das eigentlich genau ist: Geschichtsfälschung.

Definitionen

Von einer Geschichtsfälschung spricht man, wenn jemand vorsätzlich versucht, mit unlauteren wissenschaftlichen Mitteln historische Ereignisse falsch darzustellen. Man kann sogar eine Quelle fälschen – wie etwa im Fall der Konstantinischen Schenkung.

Diese gefälschte Urkunde ca. aus dem Jahre 800 n. Chr. besagt, dass der römische Kaiser Konstantin angeblich um 315/317 dem Papst und seinen Nachfolgern die Oberherrschaft über Rom, über Italien, ja über die gesamte Westhälfte des damaligen Römischen Reiches geschenkt habe. Die Päpste nutzten diese (gefälschte) Urkunde, um ihre territorialen Ansprüche durchzusetzen.

Von einer Geschichtsfälschung spricht man auch, wenn bestimmte, der eigenen Meinung nicht genehme Quellen absichtlich unterschlagen werden, also eine einseitige Darstellung eines historischen Sachverhaltes vorliegt. Auch die direkte, plumpe Lüge zählt zur Geschichtsfälschung. In der Ex-DDR wurde etwa in „historischen“ Texten behauptet, im Jahre 1950 habe Südkorea den Norden überfallen – und nicht umgekehrt.

Etwas ganz anderes als die Fälschung ist die Rekonstruktion, bei der eine Quelle nicht als „alt“ ausgegeben wird und wo keine Fälschungsabsicht vorliegt. Trotzdem muss man auch in solchen Fällen oft gewaltige Abstriche beim Wahrheitsgehalt machen. Nur in geringem Maße unterscheidet sich der Begriff der Geschichtsfälschung von dem der Geschichtsklitterung.

Hierbei handelt es sich um eine unkritische Geschichtsschreibung, die eine sehr einseitige Position vertritt oder weitab jeder Rationalität liegt. Sowohl die absichtliche als auch die unabsichtliche einseitige Darstellung der Geschichte wird als Geschichtsklitterung bezeichnet.

Der Übergang zum Begriff Geschichtsfälschung ist mithin fließend. Grundsätzlich ist die Bezeichnung Geschichtsfälschung aggressiver, massiver, es liegt eine klare unrechtmäßige, böse Absicht vor. Von einem Irrtum der Geschichte spricht man, wenn keinerlei böse Absicht zugrunde liegt. So ist der (angebliche) Anschlag der Luther’schen Thesen an die Kirchentür zu Wittenberg/Sachsen-Anhalt lediglich ein Irrtum – er hat nie stattgefunden.

Trotzdem spricht man in diesem Fall nicht von einer Fälschung, obwohl der Tatbestand, das Anschlagen der Thesen, in vielen Geschichtsbüchern behauptet wird. Man könnte also mit ein wenig Humor von der bösartigen und der gutartigen Fälschung sprechen. Grundsätzlich müssen Zeit und Ort stimmen, wenn man genau berichten will, „wie es eigentlich gewesen ist“.

Aber auch die wirklichen Drahtzieher eines Ereignisses, die oft hinter den Kulissen unsichtbar agierten, müssen sauber herausgearbeitet werden, um Historie so objektiv wie möglich darzustellen, wobei vollständige Objektivität wahrscheinlich nie zu erreichen ist. Es gibt viele Methoden zu lügen, wie Sie im Laufe des Buches “Die größten Fälschungen der Geschichte” sehen werden.

Ja, es gibt sogar eine „Hohe Schule“ der Lüge, die manchmal von einer solchen Raffinesse ist, dass sie uns noch heute sprach los macht. Wahrscheinlich muss man den Begriff der Geschichtsfälschung ausweiten, ihn umfänglicher definieren, als das bislang getan wurde.

Bekannte und unbekannte Geschichtsfälschungen

Bis heute sind wir beim Thema Geschichtsfälschung nicht genügend sensibilisiert. Es ist noch immer zu einem gewissen Grade tabu. Dabei strotzt die Historie von Halbwahrheiten, Viertelwahrheiten, Schutzbehauptungen und Public-Relations-Statements, wie wir gleich aufzeigen werden. Scheinbar bekannt sind die Großlügen während des Nazi-Regimes.

Forscht man jedoch genauer nach, staunt man, auf wie viel Unkenntnis man in diesem Zusammenhang stößt. Die Konsequenzen dieses Nicht-Wissens trugen immerhin zum Zweiten Weltkrieg bei. Weiter sind die Fälschungen rund um die kommunistische Geschichtsschreibung inzwischen scheinbar intellektuelles Allgemeingut. Scheinbar! Tatsächlich ist dabei sogar in Fachkreisen kaum bekannt, wie genau Marx oder Lenin die Geschichte verdrehten.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Geschichtsfälschungen, die selbst „Experten“ praktisch unbekannt sind – wie etwa die genaue historische Herkunft des Jüngsten Gerichts oder die Anleihen, die der Verfasser des Neuen Testamentes bei den Persern machte, oder das (unterschlagene) Wissen rund um ägyptische Quellen.

Hoch brisant wird es schließlich, wenn wir Geschichtsfälschungen in der Neuzeit betrachten – die Ereignisse rund um die Französische Revolution zum Beispiel, immerhin die wichtigste Revolution in der Geschichte der Menschheit.

Noch immer wird über die wahren Verursacher dieser Revolution das Mäntelchen des Schweigens gedeckt. Aber auch die national motivierte Geschichtsschreibung verwöhnt uns nicht mit Wahrheit, wie etwa die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika beweist.

Und die Verfechter bestimmter Geschichtsphilosophien versuchen bis heute, bei Geschichtsschreibung von vorneherein nur eine Sicht- und Denkweise zuzulassen. Sie versuchen, uns das selbstständige Denken zu verbieten. Setzen wir also einen Gegenpol!

Mit diesen Zeilen, Sie haben es längst erraten, fassen wir kurz zusammen: einige neue Einblicke in die Geschichte, aber auch in die Geschichtsschreibung selbst, die voller Fälschungen und Ideologien ist – weit mehr als wir es uns bisher zugestanden haben. Sie finden weiterhin unorthodoxe Neubewertungen vieler Fakten, die selbst scheinbar bekannte historische Tatsachen auf einmal in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen…

Die größten Fälschungen der Geschichte” – 9. April 2013 von Frank Fabian

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