Natürlich high: Die körpereigenen Glückshormone aktivieren und Depressionen, Ängste und Antriebslosigkeit dauerhaft loswerden

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Burnout, Depressionen, Antriebslosigkeit – viele der weit verbreiteten psychischen Probleme sind auf einen Mangel an den Neurotransmittern Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und GABA zurückzuführen. Verantwortlich für die unzureichende Bildung dieser Glückshormone sind Ernährungsfehler, Bewegungsmangel und unnatürliche Lichtverhältnisse.

Mit dem wissenschaftlich fundierten Selbsttest der Heilpraktiker Kyra und Sascha Kauffmann kann ein Botenstoffmangel bestimmt werden. Bestimmte Lebensstilveränderungen und Behandlungsmethoden helfen, die körpereigenen Hormone zu aktivieren, um dauerhaft Energie und Lebensfreude zurückzugewinnen.

Serotonin – die rosarote Brille Serotonin vermittelt uns eine Grundzufriedenheit mit dem Leben, Gelassenheit und Optimismus. So ganz nach dem Motto: »Alles ist gut, und es wird schon gut gehen.« Der Verfasser des Rheinischen Grundgesetzes »Et kütt, wie et kütt« und »Et hätt noch emmer joot jejange« muss volle Serotoninspeicher gehabt haben. Mit reichlich Serotonin ist das Leben einfach schöner. Rosarote Brille statt Schwarzsehen. Was wäre die Welt schön, wenn wir alle etwas mehr davon hätten.

Serotonin kann aber noch mehr: Es wirkt angstlösend, stimmungsaufhellend, antidepressiv und unterstützt uns beim Lernen, sorgt für einen geregelten Appetit, nicht zuletzt auch für einen erholsamen Schlaf, da es die Vorstufe unseres Schlafhormons Melatonin ist. Kein Wunder, dass die Entwicklung der Antidepressiva vom Typ Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Ende der 1980er Jahre als Riesenerfolg gefeiert wurde.

Man hatte nunmehr ein Werkzeug, um den Serotoninspiegel an den Synapsen künstlich anzuheben. Serotoninmangel als Ursache für das Reizdarm-Syndrom Vor Jahrzehnten war man noch der Auffassung, Serotonin werde nur im Darm produziert, daher nannte man es zunächst »Enteramin«. Tatsächlich wird auch der größte Teil an Serotonin im Darm produziert und sorgt dort für eine reibungslose Verdauung.

Ein Mangel kann sich als sogenanntes Reizdarmsyndrom bemerkbar machen: Die Betroffenen leiden unter wechselnden Stuhlqualitäten, unspezifischen Schmerzen und Unwohlsein. Symptome, die mitunter viele Ärzte beschäftigen, die aber oft nicht adäquat behandelt werden. Da werden oft jahrelang vergeblich Probiotika geschluckt, Fastenkuren und Medikamente ohne wirklichen Erfolg eingesetzt, der Darm mehrfach gespiegelt, und wohlmöglich fehlt einfach nur etwas Serotonin. Dies sehen wir in der Praxis leider häufig.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Serotonin im Darm produziert wird und im Wesentlichen auch dort verbleibt. Es kann nicht über die Blut-HirnSchranke ins Gehirn gelangen, daher können wir es auch nicht als Nahrungsmittel oder als Medikament direkt zuführen. Es muss – damit es für uns als Glückshormon Wirkung zeigt – direkt im Hirnstamm hergestellt werden. …

Ohne Serotonin kein Melatonin

Die Produktion von Melatonin wird tagsüber quasi eingestellt, nimmt mit Einbruch der Dunkelheit an Fahrt auf und erreicht zwischen zwei und drei Uhr nachts ihren Höhepunkt. Melatonin benötigt vollständige Dunkelheit als Schlüsselreiz. Unsere Zirbeldrüse reagiert sehr empfindlich schon auf kleinste Lichtstrahlen, wie zum Beispiel Flurlicht oder Licht einer Straßenlaterne vor dem Schlafzimmerfenster. Geringe Lichtstrahlen signalisieren der Epiphyse, dass der Tag anbricht und sie ihre Produktion drosseln kann.

Der Arzt und Lichtforscher Dr. Alexander Wunsch kennt die Wirkungen von Melatonin sehr genau: »Melatonin ist eigentlich kein echtes Schlafhormon, sondern das biochemisch-hormonelle Signal für Dunkelheit. Bei uns Menschen und anderen tagaktiven Lebewesen begünstigt es den Schlaf und die Regeneration, indem es allen Zellen im Körper die Information zukommen lässt, dass es in der Umgebung jetzt dunkel ist und dass die Ruhephase für den Organismus begonnen hat, die im Zeichen von Reparatur und Regeneration auf Zellebene steht.

Es gibt sogar Organe, die sich ihr Melatonin selbst herstellen müssen, da sie nichts von dem Melatonin aus der Zirbeldrüse abbekommen: unsere Augen. Hier werden durch das in der Netzhaut hergestellte Melatonin die Regenerationsphasen für die Zapfen und die Stäbchen gesteuert. Immer dann, wenn wir nach Sonnenuntergang noch Farben sehen, müssen wir davon ausgehen, dass das uns umgebende Lichtspektrum die Bildung von Melatonin beeinträchtigt, und zwar sowohl in der Zirbeldrüse als auch in der Netzhaut.

Wenn die Bildung des Regenerationshormons unterdrückt wird, sind langfristig degenerative Erkrankungen die mögliche Folge.« Eine gestörte Dunkelheit im Schlafzimmer ist ein entscheidender Faktor für eine reduzierte Produktion von Melatonin. Ein weiterer ist der abendliche Gebrauch von elektrischen Geräten mit Blaulichtanteil. Wir alle verbringen unsere Abende oft vor dem Rechner, Fernseher oder im Licht einer Halogenoder LED-Lampe.

Das sind Geräte, die hohe Anteile blauen Lichts emittieren. Forschungen konnten zeigen, dass dieses einen negativen Einfluss auf die Bildung von Melatonin hat. Wir kommen noch einmal auf diesen Aspekt später noch einmal zu sprechen. Wenn du trotz Dunkelheit, abendlicher Lichthygiene und vollem Serotoninspeicher nicht gut (ein-)schläfst, könnte es auch an leeren Magnesiumspeichern und zu geringen Mengen an sAdenosylmethionin, auch SAMe genannt, liegen.

Schlafstörungen sind sehr weit verbreitet – nicht immer ist ein Melatoninmangel schuld – aber doch sehr häufig. Vielen Menschen mangelt es einfach an den drei Elementen – Serotonin, SAMe, Magnesium und/oder Dunkelheit. Fehlt eins, kann guter Schlaf nicht stattfinden. In Kapitel 2 unter »Richtig getaktet durch Sonnenlicht«, erfährst du noch mehr über das Thema Lichthygiene und den richtigen Umgang mit künstlichen Lichtquellen. …

Hier die gesamte Leseprobe als PDF.

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