Die Bürgerliche Revolution

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Wir steuern auf eine Großkrise zu: Die Freiheitsrechte und die Marktwirtschaft erodieren, das monetäre System kollabiert, die Eliten versagen. Durch maßlose Umverteilung gleiten wir in einen planwirtschaftlichen Staatsmonopolkapitalismus ab.

Der Autor Markus Krall hat bereits in seinen früheren Bestsellern diese Gefahren eindrucksvoll beschworen. In seinem neuen Buch “Die Bürgerliche Revolution” ruft er nun unsere Leistungselite dazu auf, aufzuwachen und die Krise als Chance für eine bürgerliche Revolution zu nutzen.

Als Voraussetzung dafür müssen wir die beschädigten fünf Werte-Säulen einer freien Gesellschaft retten: Familie, Eigentum, Individualität, Religion und Kultur. Mit einem 100-Tage-Programm macht er Vorschläge, um die unmittelbaren Gefahren abzuwenden und den Weg der Gesundung zu beschreiten. Und er regt eine Verfassungsdebatte zur Stärkung unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung an.

Wie schon in seinen vorigen Büchern, der “Draghi Crash” (Juni 2017) und “Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen” (Dezember 2018) gelingt es Markus Krall in seinem neustem Werk die gesellschaftliche Situation in knapp 300 Seiten treffend zu beschreiben. Seine Argumentationen ist dabei stets hervorragend und die ernste Thematik mit viel Sarkasmus und schwarzem Humor gewürzt.

Während in den vorigen beiden Büchern die Gefahren und Folgen des aus dem Rudern gelaufenen Interventionismus des Staates und der Notenbank(en) beschrieben wurden, geht Krall in diesem Buch vom Zusammenbruch dieses Systems aus und möchte eine Betriebsanleitung für den Neuanfang, die namensgebende bürgerliche Revolution, geben.

Zu Beginn des Buches finden sich einige Ausführungen die allen Lesern die dem Autor auch von seinen zahlreichen Auftritten auf YouTube bekannt sein werden. Die Umverteilungsmaschinerie zerrt auf was noch durch die funktionierende Marktwirtschaft der Vergangenheit geschaffen wurde. Der Staat wird durch 15-20 Millionen stille Leistungsträger getragen, für die sich die Politik aber nicht interessiert.

Stattdessen treten Nischenthemen wie der Genderismus auf die mediale Tagesordnung, während ein gigantischer Umverteilungsmechanismus vielen etwas zu Gute kommen lässt die in derlei Trendfeldern wie Klimaschutz, Flüchtlingshilfe und Co. beschäftigt sind. Auch die EU, undemokratische Gewichtung der Stimmen der Mitgliedsländer, technokratische Bürokratie am Bedarf der Menschen vorbei, bekommt ihr Fett weg.

Es geht weiter mit der Beschreibung des Versagens der politischen Eliten und Kirchen, Kritik an der (selbstgewählten) Gleichschaltung der Medien. Der interessanteste Part folgt etwa in der Mitte wenn der Autor beschriebt wie aus dem nicht mehr vermeidbaren Crash dieses Systems die Chance zur Erneuerung erwächst.

Hier nutzt Krall sein Fachwissen um explizit zu Beschreiben warum seiner Meinung nach der Crash unvermeidlich ist und wie die Phasen ablaufen werden. Da parallel zum Lesen quasi live der Corona-Finanzcrash abläuft und ich die Berichte von Wirtschaftswoche, Handelsblatt und Co. verfolge kann man sagen, dass der Inhalt dieser Passagen fast schon prophetische Genauigkeit aufweist.

Das letzte Drittel beschäftigt sich mit dem möglichen Neustart nach der Krise. Das Schaffen von Netzwerken von liberalen Bürgern, das etablieren eines medialen Gegengewichts und Maßnahmen gegen das völlige Abgleiten in den Staatssozialismus im Zuge der Krise und ein hundert Tage Programm. Dieses lässt sich kurz als völlige Entwirrung des Staates beschreiben. Zurück zu den Kernaufgaben des Staates und weg von ideologisch gesteuertem Geldregen und Überregulierungen, Einführung direkter Demokratie und viele weitere Punkte.

Das Buch ist, wie von den vorigen Büchern des Autors gewohnt, hervorragend geschrieben. Seine Argumentation warum Dinge passieren werden und welche Aktionen daher nötig werden sind dabei derart einleuchtend, dass man kaum in der Lage ist dem widersprechende Punkte zu finden. Ich habe das Buch in knapp 3 Stunden durch gehabt ohne es einmal abzulegen.

Kein Teil ist langatmig und nichts kommt zu kurz. Einzig ob die Krise wirklich so scharf wird, dass sich die Bevölkerung auf ihr eigenes Tun, ihre Werte und ihre Freiheit besinnt bleibt abzuwarten. Ich befürchte, dass der Fehlglaube an die staatliche Vollkasskoversicherung bei vielen doch schon zu tief verankert ist.

Fazit: Eine andere Wertung als 5 Sterne wäre schändlich. Dieses Buch ist großartig. Jeder liberal freiheitlich eingestellte Mensch wird Markus Krall vollumfänglich zustimmen können. Fans der Grünen und/oder Linkspartei können dieses Buch indes auch gerne einmal lesen. Dann lernen sie vermutlich die ungläubige Wut kennen, die unsereins empfinden muss wenn wir Augstein oder Stokowski Kolumnen lesen.

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